
Zombie-Serien haben sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenformat zu einem festen Bestandteil des Serienkanons entwickelt. Das Genre bietet weit mehr als bloße Schockmomente: Die besten Produktionen nutzen das Szenario der Apokalypse als Spiegel menschlicher Beziehungen, gesellschaftlicher Strukturen und moralischer Fragen. Die folgende Auswahl zeigt, wie unterschiedlich das Thema inszeniert werden kann – von düsterem Drama über schwarzen Humor bis hin zu historisch eingebettetem Erzählkino.
Was gute Zombie-Serien ausmacht
Das Zombie-Genre erlebt seit den frühen 2010er-Jahren eine Renaissance im Fernsehen. Was anfangs als reines Horrorvehikel galt, hat sich zu einem ernstzunehmenden Erzählformat entwickelt. Serien wie „The Last of Us“ oder „In the Flesh“ zeigen, dass das Sujet für tiefgreifende Charakterstudien und gesellschaftliche Kommentare genutzt werden kann.
Die Bandbreite ist dabei bemerkenswert: Dramatische Thrillerstoffe stehen neben humorvollen Komödienformaten, internationale Produktionen aus Südkorea oder Frankreich neben US-amerikanischen Genreklassikern. Gemeinsam ist den besten Vertretern, dass die Untoten meist nur Kulisse sind – im Vordergrund stehen immer die Menschen dahinter.
Die besten Zombie-Serien im Überblick
1. The Last of Us
The Last of Us begeisterte 2023 mit seiner ersten Staffel nicht nur die Fangemeinde der Videospiel-Vorlage, sondern auch ein breites Publikum des Fantasy- und Horror-Genres. Kaum eine Serie aus diesem Bereich schaffte es bislang, ihren Figuren so viel Tiefe und emotionale Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das Szenario nach dem Ausbruch eines Pilzparasiten – der echte biologische Hintergrund basiert auf dem Ophiocordyceps-Pilz – gewinnt dadurch an ungewöhnlicher Schwere.
Die Serie spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der eine Infektion den Großteil der Menschheit in aggressive Infizierte verwandelt hat. Die Geschichte folgt Joel, einem Schmuggler mittleren Alters, der die Jugendliche Ellie quer durch das zerstörte Nordamerika eskortieren soll – sie könnte der Schlüssel zu einem Gegenmittel sein.
Was die Serie von ähnlichen Stoffen unterscheidet, ist die konsequente Fokussierung auf die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Showrunner Craig Mazin und Serienschöpfer Neil Druckmann übersetzen die emotionale Wucht des Spiels in bewegende Fernsehmomente. Die zweite Staffel startete 2025 und setzte diesen Kurs fort. Action, surreale Kreaturen und klaustrophobische Spannung sind dabei stets präsent – dienen aber der Geschichte, nicht umgekehrt.
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2. The Walking Dead
„The Walking Dead“ ist die Mutter aller modernen Zombie-Serien im TV-Format. Seit ihrer Erstausstrahlung im Jahr 2010 auf AMC hat die Serie das Genre nachhaltig geprägt. Grundlage ist die gleichnamige Comicserie von Robert Kirkman. Die Handlung folgt einer wachsenden Gruppe von Überlebenden in einer von Untoten bevölkerten Welt – wobei die größten Bedrohungen oft von anderen Menschen ausgehen.
Im Zentrum steht zunächst Rick Grimes (Andrew Lincoln), ein Polizist, der nach einem Koma in der veränderten Welt erwacht. Im Laufe der elf Staffeln entwickelt sich die Serie von einem Survival-Thriller zu einem vielschichtigen Ensemble-Drama über Gesellschaft, Führung und moralische Grenzen.
Das Universum wurde inzwischen durch mehrere Spin-offs erweitert, darunter „Fear the Walking Dead“, „The Walking Dead: Dead City“ und „The Ones Who Live“. Wer den Einstieg sucht, findet in den ersten fünf Staffeln das Beste des Formats konzentriert.
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3. iZombie
iZombie verbindet das Zombie-Genre mit dem Procedural-Krimi und schafft dabei ein ungewöhnlich leichtfüßiges Serien-Hybrid. Im Mittelpunkt steht Olivia „Liv“ Moore, eine Medizinstudentin, die nach einer Party als Zombie erwacht. Um ihre Kontrollefähigkeit zu bewahren, ernährt sie sich von den Gehirnen Verstorbener – und übernimmt dabei vorübergehend deren Persönlichkeiten und Erinnerungen, was ihr bei der Aufklärung von Mordfällen hilft.
Showrunner Rob Thomas, bekannt durch „Veronica Mars“, entwickelt über fünf Staffeln eine Geschichte, die anfangs vorwiegend komödiantisch daherkommt, in späteren Staffeln aber deutlich düstere Töne annimmt. Die Serie basiert lose auf einer Comicreihe von Chris Roberson und Mike Allred. Rose McIver liefert als Hauptdarstellerin eine bemerkenswert wandlungsfähige Leistung.
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4. Santa Clarita Diet
Santa Clarita Diet ist eine Netflix-Produktion, die das Zombie-Motiv konsequent in die Welt der amerikanischen Vorstadtidylle überträgt. Drew Barrymore spielt Sheila Hammond, eine Immobilienmaklerin, die sich nach einem mysteriösen Vorfall in einen Zombie verwandelt – und plötzlich eine Vorliebe für menschliches Fleisch entwickelt. Ihr Ehemann Joel, gespielt von Timothy Olyphant, versucht, die Situation so diskret wie möglich zu managen.
Die Stärke der Serie liegt in der Kollision zweier Welten: der biederen Nachbarschaftskultur Südkaliforniens und dem völlig absurden Alltag einer zombie-infizierten Kleinfamilie. Drehbuchautor Victor Fresco inszeniert das mit trockenem Witz und einem stabilen Ensemble, zu dem auch Liv Hewson als Tochter Abby gehört.
Netflix stellte die Serie nach drei Staffeln ohne offizielle Begründung ein, was bei den Fans für Enttäuschung sorgte – denn ein Serienabschluss fehlt bis heute. Das ändert nichts daran, dass die vorhandenen Staffeln zu den originellsten Genre-Beiträgen der Streamingära zählen.
5. Kingdom
Kingdom ist eine südkoreanische Produktion, die das Zombie-Genre in die Joseon-Periode des 16. Jahrhunderts versetzt – ein ungewöhnlicher und höchst gelungener Kunstgriff. Die Serie folgt Kronprinz Lee Chang, der eine mysteriöse Seuche untersucht, die Menschen in rasende Untote verwandelt. Parallel dazu brodeln Machtkämpfe am Königshof, die das politische Drama zur zweiten tragenden Säule machen.
Drehbuchautorin Kim Eun-hee und Regisseur Kim Seong-hun gelingt es, historisches Kostümdrama, politischen Thriller und Horrorgenre zu einer überzeugenden Einheit zu verbinden. Die aufwendige Ausstattung, die Kameraarbeit und das erstklassige Ensemble – darunter Ju Ji-hoon, Ryu Seung-ryong und Bae Doona – verleihen der Produktion ein filmisches Gewicht, das im Serienformat selten ist. Kingdom ist auf Netflix verfügbar und gilt international als Musterbeispiel für hochwertiges koreanisches Serienfernsehen.
6. In the Flesh
In the Flesh ist eine britische BBC-Produktion, die das Zombie-Motiv für ein vollständig anderes Erzählziel nutzt: Sie handelt von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Identität und dem schwierigen Prozess der Reintegration. Die Serie folgt Kieren Walker, einem Teenager, der nach einer Zombie-Epidemie medikamentös behandelt wurde und nun in seinen Heimatort zurückkehrt – wo er nicht überall willkommen ist.
Schöpfer Dominic Mitchell verwendet die Fiktion des „Partially Deceased Syndrome“ als Metapher für reale gesellschaftliche Diskriminierungserfahrungen. Die Serie wurde von der Kritik außerordentlich gelobt; Luke Newberry erhielt für seine Hauptrolle den BAFTA-Preis. In the Flesh wurde nach zwei Staffeln eingestellt, hinterlässt aber ein in sich geschlossenes, thematisch starkes Werk.
Harriet Cains als Kierens Schwester Jem und Nicola Walker als seine Mutter tragen wesentlich zur emotionalen Dichte der Serie bei. In the Flesh richtet sich an ein Publikum, das Genre-Fernsehen als mehr als Unterhaltung begreift.
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7. Fear the Walking Dead
Fear the Walking Dead ist das erste Spin-off der Walking-Dead-Reihe und spielt zeitlich parallel zum Beginn der Mutterserie – zeigt also, wie die Apokalypse im Großraum Los Angeles erlebt wird. Im Mittelpunkt steht eine Patchwork-Familie, die mit dem Ausbruch der Epidemie konfrontiert wird, bevor die Gesellschaft vollständig zusammengebrochen ist. Dieser frühe Zeitpunkt unterscheidet die Serie vom Original und gibt ihr eine eigene Perspektive.
Die ersten Staffeln zeichnen sich durch einen bewusst langsameren Aufbau aus, der Zeit lässt, die familiären Konflikte und Charaktere zu etablieren. In späteren Staffeln wechselte die Regie-Handschrift und die Serie entwickelte ein abenteuerlicheres Tempo. Für Zuschauer, die das Walking-Dead-Universum vertiefen möchten, bietet Fear the Walking Dead über sieben Staffeln reichlich Material.
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8. Black Summer
Black Summer ist eine Netflix-Produktion, die von Karl Schaefer und John Hyams entwickelt wurde und im gleichen fiktiven Universum wie Z Nation angesiedelt ist, aber eine völlig eigenständige Geschichte erzählt. Die Serie setzt auf einen dokumentarisch wirkenden, fragmentierten Erzählstil – Episoden werden in Kapitel unterteilt, die verschiedene Perspektiven auf dieselbe apokalyptische Realität zeigen.
Die Zombies in Black Summer sind ungewöhnlich schnell und unberechenbar, was für eine konstant hohe Anspannung sorgt. Jaime King spielt die Hauptfigur Rose, eine Mutter, die in den ersten Stunden des Ausbruchs von ihrer Tochter getrennt wird. Die Serie verzichtet auf ausführliche Charakterentwicklung und setzt stattdessen auf Unmittelbarkeit und Tempo – eine bewusste ästhetische Entscheidung, die sie von anderen Genrevertretern abhebt.
9. Z Nation
Z Nation ist der humoristische Gegenentwurf zum dramatisch-ernsten Zombie-Serienformat. Die Syfy-Produktion folgt einer Gruppe von Überlebenden, die den einzigen bekannten Immunen quer durch die USA transportieren sollen – in der Hoffnung, einen Impfstoff herzustellen. Die Serie nimmt das Genre dabei bewusst nicht ernst und inszeniert absurde Szenarien mit sichtlichem Vergnügen.
Fünf Staffeln lang bietet Z Nation eine Mischung aus Road-Movie, Actionkomödie und Genreparodie. Besonders die kreativ inszenierten Zombie-Varianten – darunter ein Tornado aus Untoten – sind zur Kultserie des Formats geworden. Z Nation richtet sich an ein Publikum, das Genre-Konventionen kennt und sie mit Humor quittieren möchte.
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10. The Returned
„The Returned“ – im Original „Les Revenants“ – ist eine französische Mystery-Dramaserie, die 2012 beim Sender Canal+ erstausgestrahlt wurde. Die Serie spielt in einer alpinen Kleinstadt, in der plötzlich Verstorbene zurückkehren: Sie verhalten sich unauffällig, erinnern sich an ihr früheres Leben, ahnen jedoch nichts von ihrem eigenen Tod. Die Handlung entwickelt sich ruhig und atmosphärisch, wobei die sozialen Spannungen zwischen den Lebenden und den Zurückgekehrten im Mittelpunkt stehen.
Technisch zählt „The Returned“ kaum zu den klassischen Zombie-Serien – die Zurückgekehrten sind keine Untoten im herkömmlichen Sinne. Thematisch jedoch bewegt sie sich im selben Terrain: der Frage, was es bedeutet, zwischen Leben und Tod zu existieren, und wie Gemeinschaften mit dem Unbegreiflichen umgehen. Regisseur Fabrice Gobert inszeniert die Serie mit kühler Bildsprache und emotionaler Zurückhaltung, was ihr eine seltene Intensität verleiht.
Die Musik des schottischen Postrock-Duos Mogwai trägt wesentlich zur Atmosphäre bei und wurde mehrfach ausgezeichnet. Zwei Staffeln wurden produziert; die erste gilt als eine der besten europäischen Serien der 2010er-Jahre.
Internationale Vielfalt im Zombie-Genre
Auffällig an der obigen Auswahl ist die geografische Bandbreite: Südkorea, Frankreich, Großbritannien und die USA haben jeweils eigenständige Beiträge geleistet, die das Genre auf unterschiedliche Weise bereichern. Während US-Produktionen oft auf großes Budget und Action-Dramatik setzen, tendieren europäische und asiatische Serien zu langsamerer Erzählweise und gesellschaftlichen Subthemen.
Besonders das südkoreanische Serienformat hat sich seit Mitte der 2010er-Jahre international etabliert. Kingdom war dabei einer der Vorreiter, bevor Serien wie „All of Us Are Dead“ (2022, ebenfalls Netflix) das Genre weiter popularisierten. Das zeigt: Das Zombie-Genre ist keineswegs erschöpft – es wird kontinuierlich neu interpretiert und an unterschiedliche kulturelle Kontexte angepasst.
Streaming-Verfügbarkeit im Überblick
Die meisten der genannten Serien sind über die großen Streaming-Dienste verfügbar. Netflix beherbergt Kingdom, Black Summer und Santa Clarita Diet. Das Walking-Dead-Universum sowie iZombie und Z Nation sind über Amazon Prime Video zugänglich. The Last of Us ist exklusiv beim Pay-TV-Sender Sky sowie über WOW streambar; in den USA läuft die Serie bei HBO.
In the Flesh und The Returned sind etwas schwerer zu finden, lohnen aber die Suche: Beide sind gelegentlich über Streaming-Dienste oder physische Medien verfügbar. Wer das Genre in seiner ganzen Bandbreite erkunden möchte, findet in dieser Liste einen guten Ausgangspunkt – von der zugänglichen US-Produktion bis zum anspruchsvollen europäischen Arthouse-Format.

nice, ich bin auch gespannt auf die Verfilmung der „Fallout“-Games