Wales: Gräber mit ungewöhnlichen Merkmalen entdeckt

Gräber in Wales entdeckt.
Die ungewöhnliche Positionierung in den Gräbern wirft den Forschen Fragen auf (Symbolbild)

Forscher der University of Cardiff haben nahe Fonmon Castle in Wales ein bemerkenswertes frühmittelalterliches Gräberfeld entdeckt. Die rund 1.400 bis 1.500 Jahre alten Gräber fallen durch die ungewöhnlichen Positionierungen der Bestatteten sowie durch Spuren ritueller Feste auf dem Friedhof auf.

Ungewöhnliche Bestattungsrituale

Die archäologischen Arbeiten enthüllten eine Vielzahl von Gräbern, deren Anordnung und Ausrichtung von den üblichen Bestattungspraktiken der Epoche abweichen, so Smithsonian Magazine. Von den geschätzten 80 Gräbern wurden bisher 18 ausgegraben. Die Forscher haben die freigelegten Skelette auf das 6. bis 7. Jahrhundert nach Chr. datiert.

Einige Skelette wurden in typischer Rückenlage gefunden, was für die damalige Zeit normal war. Andere sind in Seitenlage oder in einer Hockposition mit angezogenen Knien begraben, eine Anordnung, die gegenwärtig Rätsel aufgibt und auf besondere rituelle Praktiken schließen lässt.

Obwohl bereits vorher Skelette in Hockposition gefunden worden waren, sei der überaus hohe Anteil der Stellung bei diesem Gräberfund sehr ungewöhnlich, so Grabungsleiter Andy Seaman gegenüber Smithsonian Magazine.

Weitere Beobachtungen betreffen die Gebisse der Bestatteten. Viele der Skelette wiesen Verformungen auf, die dadurch erklärbar sein könnten, dass die Zähne als Werkzeuge benutzt wurden, so Summer Courts, Archäologin von der University of Reading zu BBC News. Die Zähne könnten etwa für Textilarbeiten, Lederverarbeitung oder Flechtarbeiten genutzt worden sein, mutmaßt die Forscherin.

Spuren ritueller Feste

Die Forscher stellten fest, dass der Friedhof nicht nur als Begräbnisstätte diente, sondern auch Schauplatz ritueller Festessen war. Neben menschlichen Überresten wurden Metallverarbeitungsabfälle und Tierknochen gefunden, die auf Schlachtung und Kochen hindeuten. Eine kleine, geschnitzte Knochenspindel, die einem Spielstein ähnelte, wurde ebenfalls entdeckt, berichtet BBC News.

Außerdem fanden sie Glasfragmente, die wahrscheinlich von importierten Getränkeflaschen stammen, darunter ein Stück aus einer „sehr feinen“ konischen Glasflasche aus der französischen Bordeaux-Region. Weitere Tonfragmente, die gefunden wurden, deuten auf importierte Tonwaren aus Nordafrika hin. Diese Entdeckungen deuten darauf hin, dass der Ort einst ein Zentrum ritueller Feiern war, vielleicht um die Toten zu feiern oder zu betrauern.

Römisches Grab in Südwales

Derweil haben weitere Ausgrabungen in Südwales das Skelett eines jungen Mannes aus dem 3. oder 4. Jahrhundert freigelegt, wie Livescience.com berichtet. Die Ausgrabungen vor einem Strassenbauvorhaben führte das britische Unternehmen Red River Archaeology durch. Bemerkenswert war hierbei seine Bestattung mit dem Gesicht nach unten.

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Das Grab enthielt neben dem Skelett auch einen silbernen Stift, ein Eisenschwert, Spuren von genagelten Stiefeln und eine Armbrust-Brosche, was darauf hindeutet, dass der Verstorbene möglicherweise ein Elite-Mitglied des römischen Militärs war. Interessanterweise deuten Nägel in der Nähe des Skeletts darauf hin, dass der Verstorbene möglicherweise zum Zeitpunkt seines Todes gefesselt war.

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