Albanien: Großes Vorkommen von Wasserstoff in Mine entdeckt

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Der Wasserstoff-Fund in Albanien gilt als sehr ungewöhnlich, da bisher die Annahme galt, dass Wasserstoff unter Tage nicht in größeren Vorkommen bestehen kann.

In Albanien hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Laurent Truche von der Universität Grenoble-Alpes eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: In der Chromerzmine in der Region Bulqizë, etwa 40 Kilometer von Tirana entfernt, wurden ungewöhnlich große Mengen an Wasserstoff gemessen. Die Mine ist bekannt für die Förderung von Chromerz, einem wichtigen Rohstoff für die Herstellung von Edelstahl und anderen Legierungen. Die Entdeckung könnte neue Perspektiven für die Energiewirtschaft bieten und die Bedeutung natürlicher Wasserstoffvorkommen unterstreichen​​.

Bedeutung der Entdeckung

Das in der Bulqizë-Mine entdeckte Wasserstoffvorkommen zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe Ausgasung aus, mit geschätzten 200 Tonnen hochwertigem Wasserstoff, der jährlich aus der Mine entweicht. Solche Mengen sind für ein natürliches Vorkommen ungewöhnlich hoch und könnten nur einen Bruchteil des tatsächlich ausströmenden Wasserstoffs darstellen​​.

Diese Entdeckung könnte die bisherige Annahme in Frage stellen, dass Wasserstoff keine größeren Reservoire im Untergrund bildet, da er als zu flüchtig und biologisch abbaubar galt. Die Forschungsergebnisse, veröffentlicht im Fachmagazin „Science“, deuten darauf hin, dass unterirdische H2-Vorkommen möglicherweise doch existieren und kommerziell nutzbar sein könnten​​.

Technische und wissenschaftliche Erkenntnisse

Das Wasserstoffvorkommen befindet sich in Tiefen zwischen 500 und 1.000 Metern und stammt wahrscheinlich aus einem Ophiolithmassiv, das vor etwa 145 bis 200 Millionen Jahren entstanden ist. Ophiolithe sind Gesteinsarten vom Meeresboden, die durch tektonische Prozesse an die Oberfläche transportiert wurden. Der betreffende Ophiolithgürtel erstreckt sich über 3.000 Kilometer von der heutigen Türkei bis Slowenien​​.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass bestimmte Ophiolite möglicherweise reiche Reservoire von hochwertigem Wasserstoffgas enthalten können, die kommerziell rentabel zu fördern sind. Die Entdeckung in der Bulqizë-Mine könnte daher die Suche nach neuen Energie-Ressourcen und die Wasserstoffgewinnung substanziell beeinflussen​​.

Mögliche Auswirkungen auf die Energiewirtschaft

Die Entdeckung von natürlichem Wasserstoff in Albanien könnte weitreichende Auswirkungen auf die Energiewirtschaft haben, insbesondere im Kontext der Energiewende hin zu erneuerbaren Energiequellen. Wasserstoff gilt als vielversprechender Energieträger der Zukunft, vor allem wegen seiner hohen Energieeffizienz und der Möglichkeit, CO2-emissionsfrei zu sein, wenn er aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.

Natürliche Wasserstoffvorkommen könnten die Produktion und Verfügbarkeit von Wasserstoff als Energiequelle signifikant erhöhen und somit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Erreichung von Klimazielen beitragen​​​​.

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Jan ist der Hauptautor von beachtenswert.info und freut sich immer über Feedback. Mit journalistischer Erfahrung seit 2012, als Buchautor aktiv und mit großer Passion für das Weltenbummeln (mit Betonung auf Bummeln.)